Montag, 24. Mai 2010

Carta/Kerz

Die Ruinen des Zisterzienserklosters von Kerz sind ein eindrückliches Zeichen der wechselvollen Geschichte Siebenbürgens. Um 1200 entstand mit dem Kloster die östlichste Abtei des Ordens überhaupt. Knapp 50 Jahre nach Gründung wurde die Anlage während des Mongolensturms weitgehend zerstört und anschließend wiederaufgebaut. Im 15. Jahrhundert setzte der Niedergang des Klosters ein. Die Gebäude wurden durch osmanische Angriffe erneut beschädigt und teilweise niedergebrannt. Im Jahr 1471 erfolgte die Auflösung der Abtei. Während das Gotteshaus als Pfarrkirche des entstandenen Dorfes genutzt wurde, verfielen die übrigen Wohn- und Wirtschaftsgebäude des Klosters.


Die Ruinen sind bis heute erhalten geblieben. Sie werden liebevoll gepflegt und können besichtigt werden. Am Rande der Anlage befindet sich das evangelische Pfarrhaus der Gemeinde. Dort werden sachkundige Führungen angeboten.

Montag, 17. Mai 2010

Calnic/Kelling



In Kelling ist eine der letzten Gräfenburgen Siebenbürgens erhalten geblieben. Wegen ihrer außergewöhnlichen Bedeutung ist sie Bestandteil des UNESCO-Weltkulturerbes.


Im 13. Jahrhundert ließ Graf Chyl zu Kelling im Dorf einen Wohnturm für sich errichten. Auf Grund der häufigen Angriffe aus osmanischen Gebieten wurde der Turm mit einer Wehrplattform ausgestattet und von einer mächtigen Ringmauer umgeben.

Das Verhältnis zwischen der Familie Chyl und dem überwiegend sächsischen Dorf war aber von Anfang an nicht das Beste. Um 1430 zog sich daher der letzte Erbgraf aus dem Ort zurück und verkaufte die Wohnburg an die Dorfbewohner. Diese nutzen die Anlage als Fluchtburg bei Angriffen aus osmanischen Gebieten und statteten sie mit weiteren Wehranlagen und Lagerräumen aus. Im Jahr 1658 griffen türkische Truppen das Dorf an und verwüsteten es. Die Burg konnte dabei jedoch nicht eingenommen werden.
Im Innern des Wohnturms gibt es heute ein Museum, das einen Eindruck über das Leben und die lokalen Traditionen der Siebenbürger Sachsen vermittelt.

Montag, 3. Mai 2010

Hărman/Honigberg

Wie lief das Leben im ausgehenden Mittelalter in einer belagerten Kirchenburg ab? In Honigberg kann man dies an den zahlreichen restaurierten Bauteilen noch heute plastisch nachvollziehen. Die Kirchenburg wurde vor allem im 16. und 17. Jahrhundert mehrfach belagert und angegriffen, konnte aber nicht eingenommen werden. Im Jahr 1612 gelang es den Dorfbewohnern sogar, die Burg gegen ein 7.000 Mann starkes Heer des ungarischen Fürsten Bathori zu verteidigen.
Zu der Zeit war die Anlage mit drei Ringmauern, einem Wassergraben und zahlreichen Wehrtürmen gesichert. Die dritte Burgmauer war an der Innenseite komplett mit Lagerräumen bebaut. Die Versorgung mit Wasser erfolgte über Brunnen, die sich innerhalb der Befestigungen befanden. In die Kirche integriert waren Wohnzellen, die im Belagerungsfall dem Bürgermeister, dem Pfarrer und weiteren wichtigen Gemeindevertretern als Wohnraum zur Verfügung standen.
Die Verteidigungsanlagen entstanden zwischen dem 13. und 15. Jahrhundert. Sehr gut erhalten geblieben sind bis heute die mächtige innere Ringmauer, die Wehrtürme sowie Wohn- und Lagerräume im Burginnenhof.