Anfang Oktober diesen Jahres erlangten die Siebenbürgischen Kirchenburgen internationale Anerkennung. Sie sind für die Öffentlichkeit weltweit als gefährdete Denkmäler gelistet worden. Das Warnsignal lieferte die Leistelle Kirchenburgen dem World Monuments Fund, einer gemeinnützigen, internationalen Organisation mit Hauptsitz in New York, die sich weltweit für die Erhaltung von Denkmälern und historischen Stätten einsetzt. Dieser stellt alle zwei Jahre eine Liste der 100 meist gefährdeten Kulturdenkmäler, die List of Most Endangered Monuments zusammen. Mit Hilfe der Liste wird die internationale Öffentlichkeit auf die bedrohten Denkmäler aufmerksam gemacht, um Spenden und Sponsorengelder für deren Erhaltung einzuwerben. Durch den weltweiten Aufruf für gefährdete Denkmäler sind bereits hunderte davon gerettet worden oder sind derzeit ausser Gefahr gesetzt. Dies lässt nun auch für die Kirchenburgen eine neue und begründete Hoffnung aufkommen. Meist strategisch in der Dorfmitte plaziert oder auf der Anhöhe etwas abseits des Dorfes als Zeitzeuge gelegen, sind die siebenbürgischen Kirchenburgen in einer einmalig malerischen Landschaft eingebettet. Es sind architektonisch und kulturhistorisch hervorragende Denkmäler, die trotzdem bisher weder im In- noch im Ausland hinreichend bekannt sind.
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Dienstag, 10. November 2009
Kirchenburgen in ihrer Bedeutung anerkannt
Labels: kirchenburgen, wehrburgen, siebenbürgen
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World Monuments Fund
Montag, 28. September 2009
Die Leitstelle stellt sich vor
Die Leitstelle Kirchenburgen wurde im Mai 2007 als Projektbüro beim Landeskonsistorium der Evangelischen Kirche A.B. in Rumänien eingerichtet und in der Startphase durch das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) und durch die Deutsche Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ) GmbH gefördert.
Mit dem Aufbau der Leitstelle Kirchenburgen unternahm die Evangelische Kirche als Projektträger einen wichtigen Schritt zum Erhalt dieses in Europa einzigartigen kulturhistorischen und architektonischen Erbes.
Zahlreiche Kirchenburgen befinden sich in einem schlechten, einige sogar in einem kritischen baulichen Zustand. Die häufig nur noch kleinen Gemeinden der Siebenbürger Sachsen sind trotz Unterstützung durch die Heimatortsgemeinden (HOGs) in Deutschland immer weniger in der Lage, ihre Kirchenburgen denkmalgerecht zu erhalten. Bedauerlicherweise gibt es Kirchenburgen, die durch keine Gemeinde mehr genutzt werden, was den Verfall der Gebäude beschleunigt. Um den drohenden Verlust historischer Bausubstanz abwenden zu können, fehlt es nicht nur an finanzieller Unterstützung, sondern auch an einem geeigneten Konzept, um zunächst einen weiteren Verfall der bedrohten Kirchenburgen zu stoppen.
Welche Arbeitsschwerpunkte hat die Leitstelle?
Die Leitstelle Kirchenburgen hat 3 Arbeitsschwerpunkte:
- die Vernetzung der verschiedenen Initiativen und Projekte rund um das Thema „Kirchenburgen“,
- das „Dächerprogramm“ zu planen und umzusetzen sowie
- Fördermittel für die Umsetzung der baulichen Maßnahmen einzuwerben.
WELCHE AUFGABEN ÜBERNIMMT DIE LEITSTELLE?
- Aufbau einer Datenbank bezüglich dem baulichen Zustand und der Nutzung aller Kirchenburgen,
- Durchführung von Workshops zur Information und Beteiligung von Fachleuten und am Thema interessierten Bürgern,
- Erarbeitung von Leitfäden, technischen und informativen Materialien, um aus fachlicher und denkmalgerechter Sicht ein einheitliches Vorgehen der verschiedenenAkteure zu erreichen,
- Aufbau eines Fachfreundeskreises aus dem In- und Ausland für die Einbringung von denkmalpflegerischem Wissen.
Bezüglich der baulichen Sicherung nimmt die Leitstelle Kirchenburgen folgende konkrete Aufgaben wahr:
- Planung und Umsetzung eines Programms zur Instandsetzung von Dächern und Dachentwässerungen in fünf Kirchenbezirken. Im Falle von vorhandenen Schäden an der Gebäudefassade werden auch hier gezielt Maßnahmen für Schadensbehebungen eingeplant.
- Hilfestellung und Beratung bei eingehenden Anfragen aus den Kirchenbezirken, Gemeinden und HOGs bei der Planung und Umsetzung von Baumaßnahmen an Kirchenburgen
Die Leitstelle Kirchenburgen bemüht sich um die Einwerbung externer Finanzmittel für die unterschiedlichen Aktivitäten, im Vordergrund der Finanzierung steht dabei das bauliche Sicherungsprogramm. Außerdem werden EU-Fördermittel zur baulichen Sicherung
bzw. zur Aufwertung der touristischen Infrastruktur beantragt.
BISHERIGE ERGEBNISSE
- Einreichung eines Antrags auf EU-Förderung im Dezember 2008 für 18 Kirchenburgen in Siebenbürgen mit dem Ziel, diese Bauwerke als wichtigen Bestandteil der gesamten Kirchenburgenlandschaft langfristig zu erhalten. Dabei sollen die Kirchenburgen baulich aufgewertet werden und die Einzelziele zu einer für den Fremdenverkehr der Region “Centru” repräsentativen Gesamtheit vernetzt werden.
- Die Durchführung eines Dachsicherungsprogramms im Kirchenbezirk Hermannstadt. Die Dächer an den meisten Kirchenburgen im Bezirk sind mittlerweile dicht und die Dachentwässerungen sind wieder funktionstüchtig. Direkt durch die Leitstelle wurden dabei die Maßnahmen an den Kirchenburgen in Agnetheln, Gürteln, Kerz, Kirchberg, Neudorf, Rothberg, Tarteln, Thalheim und Zied geplant und durchgeführt
- Um den praktischen Ablauf des Sicherungsprogramms zu vereinfachen, wurde ein standardisiertes Planungsverfahren – eine sogenannte Kurzplanung – entwickelt. Sie vereinfachte die Schadensaufnahme vor Ort, die Abstimmung mit den zuständigen Behörden (Denkmalamt) und mit den ausführenden Firmen.
- Zurzeit wird in der Leitstelle die o.g. Datenbank weiterentwickelt.
- Es wurden zwei Workshops durchgeführt, um mit den beteiligten Mitarbeiter aus den Kirchenverwaltungen, den Pfarrern sowie Vertretern von anderen Projekten, die sich mit Kirchenburgen beschäftigen, weitere Strategien und konkrete Planungsschritte abzustimmen.
- Durch regelmäßige Veröffentlichungen in einschlägigen Zeitungen, sowie durch verschiedene Vorträge und dem eigenen Internetauftritt wurden die Leitstelle und ihre Aufgaben präsentiert.
LEITSTELLE KIRCHENBURGEN
Projektbüro beim
Landeskonsistorium der Evangelischen Kirche A.B.
Str. Gen. Magheru 4
RO- 550185 Hermannstadt/ Sibiu
Tel./Fax: 0040 -(0)269 -221.010
E-Mail: office@projekt-kirchenburgen.ro
Internet: www.projekt-kirchenburgen.ro
SPENDENKONTO
Für Spender, die aus dem Ausland spenden:
Konto des Hilfskomitees der Siebenbürger Sachsen und Evangelischen Banater Schwaben
Empfänger: Hilfskomitee Sb. Sachsen
Konto-Nr. 7350325
BLZ 70020270
Hypovereinsbank München
Für Spenden, die aus dem Inland getätigt werden, wenden Sie sich bitte für weitere Informationen an die Leitstelle Kirchenburgen.
Konto des Hilfskomitees der Siebenbürger Sachsen und Evangelischen Banater Schwaben
Empfänger: Hilfskomitee Sb. Sachsen
Konto-Nr. 7350325
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Hypovereinsbank München
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