Die Lagerräume wurden in den letzten Jahren in Gästezimmer umgewandelt, so dass Besucher heute innerhalb der mächtigen Burgmauern wohnen können. Außerdem wurde ein Museum eingerichtet, dass über die Geschichte des Dorfes und der Kirchenburg berichtet.
Montag, 29. März 2010
Axente Sever/Frauendorf
Die Kirchenburg von Frauendorf war über Jahrhunderte nicht nur das religiöse Zentrum des Ortes, sondern auch sicherer Lagerplatz für wertvolle Waren. In zahlreichen Speichergebäuden, die an die Innenseite der Burgmauer gebaut wurden, waren jeder Familie Räume für Getreide, Fleisch und andere Lebensmittel zugewiesen. So wurde nach der Ernte das Korn nicht auf den Höfen gelagert, sondern direkt in die Burg gebracht, um es vor möglichen Angreifern zu schützen. Eine besondere Prozedur war die Einlagerung des Specks im sogenannten Speckturm. Dieser war den Familien nur an Sonntagen nach den Gottesdiensten geöffnet. Um sicherzugehen, dass sich niemand an einer fremden Speckseite bediente, ritzen die Familien spezielle Zeichen an den frischen Schnittkanten ein.
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Montag, 22. März 2010
Ighisu Nou/Eibesdorf
Der Burghüter war über Jahrhunderte einer der wichtigsten Männer in den sächsischen Dörfern. In Eibesdorf standen ihm und seiner Familie eine Wohnung im Torturm der Kirchenburg zur Verfügung. Zu seinen Aufgaben zählte unter anderem das dreimal tägliche Läuten, zusätzlich vor und nach Gottesdiensten sowie bei Todesfällen. Auch wenn ein Feuer im Dorf ausbrach, alamierte der Burghüter mit der Alarmglocke die Bewohner. Außerdem hatte er für Ordnung und Sauberkeit im Burghof zu achten. Für seine Dienste wurde er von den Gemeindemitgliedern mit Naturalien und Geld entlohnt.
Der Posten des Eibesdorfer Burghüters blieb bis vor wenigen Jahren besetzt, auch wenn es nach 1945 nur noch eine nebenberufliche Tätigkeit war und die letzten Burghüter tagsüber in Mediasch in Fabriken arbeiteten. In den letzten Jahren werden seine Aufgaben von den Bewirtschaftern des ehemaligen Pfarrhauses wahrgenommen, das inzwischen zu einem gemütlichen Gästehaus umfunktioniert wurde und in den Sommermonaten Gästen offen steht.
Der Posten des Eibesdorfer Burghüters blieb bis vor wenigen Jahren besetzt, auch wenn es nach 1945 nur noch eine nebenberufliche Tätigkeit war und die letzten Burghüter tagsüber in Mediasch in Fabriken arbeiteten. In den letzten Jahren werden seine Aufgaben von den Bewirtschaftern des ehemaligen Pfarrhauses wahrgenommen, das inzwischen zu einem gemütlichen Gästehaus umfunktioniert wurde und in den Sommermonaten Gästen offen steht.
Montag, 15. März 2010
Birthälm/Biertan
Bild von Stefan Jammer
In Birthälm gab es vor allem im 17. und 18. Jahrhundert einen erbitterten Kampf der Oberen gegen den Verfall der Sitten. Mit strengen Regeln und harten Strafen sollte den zunehmenden Verfehlungen Einhalt geboten werden. Verboten war zum Beispiel das Trinken in schlechter Gesellschaft oder das zu lange Verweilen im Wirtshaus. Wurden bei trauungswilligen Paaren „voreheliche unsittliche Vorkommnisse“ festgestellt, gab es eine spezielle entwürdigende Hochzeitsprozedur. Diese und zahlreiche weitere Geschichten kann man beim Besuch der Kirchenburg Birthälm erkunden. Bis heute erhalten geblieben ist zum Beispiel das sogenannte „Ehegefängnis“ für scheidungswillige Paare. Es befindet sich innerhalb der Birthälmer Kirchenburg, die eine der eindrucksvollsten und größten Siebenbürgens ist. Die Kirche stammt aus dem frühen 16. Jahrhundert ist von drei Ringmauern und neun Wehrtürmen umgeben. Einmal im Jahr findet in Birthälm das Sachsentreffen statt – die größte Zusammenkunft in Siebenbürgen verbliebener und ausgewanderter Deutscher. In der Kirchenburg gibt es ein Heimatmuseum und einen Buchladen. Im Dorf stehen ganzjährig Unterkünfte in zwei Gästehäusern zur Verfügung.
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