Seit Jahren fragen immer mehr Touristen nach den siebenbürgischen Kirchenburgen. Da es bisher nur wenige Informationen gibt, hat die Leitstelle eine Broschüre hergestellt, die 13 der schönsten Burgen mit Anekdoten und Geschichten vorstellt.
Die Broschüre liegt auf der Internationalen Tourismusbörse in Berlin aus (10.-14.03.2010). Dort finden Sie Rumänien und Siebenbürgen in der Halle 11.1 am Stand 105. Außerdem wird die Broschüre in Rumänischen Fremdenverkehrsämtern sowie bei regionalen Tourismusanbietern und Informationszentren ausgelegt.
Sie erzählt 13 kleine Geschichten rund um die erwähnten Kirchenburgen. Wir werden Ihnen hier in den kommenden Wochen jeweils montags eine neue vorstellen.
Lassen Sie sich darauf ein und folgen Sie den historischen Spuren nach Siebenbürgen.
Wir freuen uns über Ihr Interesse und Ihre Anregungen.
Im November des letzten Jahres bat uns der Dechant des Kirchenbezirkes Mühlbach Wolfgang Wünsch um dringende Hilfe: Die Kirchenburg von Dobring war akut durch Vandalismus bedroht. Schon seit längerem ist ein Teil der Ringmauer eingefallen. Durch dieses Loch kann man in den Burghof gelangen. Dort bereits hinterließen Besucher zahlreiche Spuren der Zerstörung. Außerdem wurden alle Fensterscheiben der Kirche eingeworfen und auf dem Friedhof Grabsteine umgestoßen.
Doch damit nicht genug: seit November wurde mehrfach in die Kirche eingebrochen und der Innenraum vollkommmen verwüstet: Mobilar und Gedenktafeln sind zerschlagen, Fußbodenbretter herausgerissen und die hölzerne Brüstung der Empore abgebrochen. Die Orgel wurde von der Empore gestoßen und liegt nun in tausenden Einzelteilen zerschlagen auf dem Boden. Weil außerdem zahlreiche Dachziegel abgedeckt wurden, dringt Wasser in den Dachstuhl ein und bedroht die historische Konstruktion.
Durch die Zerstörungen ist eine der ältesten und wertvollsten Kirchenburgen Siebenbürgens, deren Bau vor über 700 Jahren begann, akut in ihrer Existenz bedroht.
Das Bezirkskonsistorium versuchte zunächst, mit einer Metallgittertür den Eingang zu sichern. Doch innerhalb weniger Tage wurde diese aus ihrer Verankerung gerissen. Mehrfache Hilferufe bei der örtlichen Polizei haben nichts gebracht. Man könnte nun aufgeben und das Baudenkmal sich selbst überlassen. Es wird nicht als Kirche genutzt, weil es in Dobring keine Gemeinde mehr gibt.
Wegen der großen kulturhistorischen Bedeutung entschieden sich aber Bezirkskonsistorium Mühlbach und die Leitstelle Kirchenburgen, einen Rettungsversuch für das Bauwerk zu unternehmen. Mit Hilfe von Spendengeldern wurde das Gebäude massiv gegen weitere Einbrüche gesichert. Sobald es das Wetter zulässt, soll das Dach repariert werden, so dass kein weiteres Wasser eindringen und die Holzkonstruktion schädigen kann.
Mittelfristig wird eine touristische Nutzung der Kirchenburg angestrebt. Derzeit werden dazu Konzepte diskutiert und entwickelt.
Die Dobringer Kirchenburg ist kein Einzellfall von Zerstörung und Vandalismus sondern ein schockierendes Beispiel dafür, wie weit bedeutende Denkmäler geschandet werden können.
Wenn Sie Vorschläge haben oder Ihre Gedanken zur Entwicklung in Dobring äußern wollen, würden wir uns sehr freuen.
Das Dächer-Programm der Leitstelle Kirchenburgen wurde im ersten Halbjahr 2009 fortgesetzt. An folgenden Kirchenburgen wurden Dachreparaturen durchgeführt, nachdem die Leitstelle die benötigten Fördermittel eingeworben hatte: Benzenz, Broos, Bussd bei Mediasch und Großscheuern. Des Weiteren wird die Leistelle noch in diesem Jahr an weiteren vier Kirchenburgen das Dächer-Programm fortführen. Es handelt sich um Mardisch, Paßbusch, Schönau und Schönberg. Dafür sind innerhalb des Büros Planungen erstellt worden und die Förderung für diese Maßnahmen ist zum großen Teil bereits durch einzelne private Spender sichergestellt. Zum Jahresende werden damit insgesamt 18 Kirchendächer gesichert sein.
Antrag für das EU Programm bewilligt
Das im Dezember letzten Jahres eingereichte Projekt zur baulichen Sicherung und touristischen Erschließung von 18 Kirchenburgen ist im August dieses Jahres genehmigt worden. Der Antrag war von der Leistelle Kirchenburgen mit einer Finanzierung vom Bundesministerium für wirtschaftliche Entwicklung und Zusammenarbeit (BMZ) / der Deutschen Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ) erarbeitet worden. Damit wurde zum ersten Mal in der bisherigen Geschichte der rumänischen EU-Förderung ein komplexes Projekt genehmigt. Nun folgt die Erarbeitung der technischen Planungen. Im Landeskonsistorium wurde die Projektleitung von der Leitstelle an Herrn Dr. Stefan Cosoroaba übergeben. Bei positiver Bewertung auch der nächsten Etappe wird die EU- Förderung rund 5,5 Millionen Euro betragen. Das Projekt umfasst die folgenden Kirchenburgen: Arkeden, Bodendorf, Deutsch-Kreuz, Eibesdorf, Hetzeldorf, Kerz, Kirtsch, Kleinschenk, Klosdorf, Malmkrog, Meschendorf, Mühlbach, Neithausen, Probstdorf, Schönberg, Trappold, Urwegen und Waldhütten.